Sonntag, 18. Juni 2017

Vom Blog ins anfassbare Leben: Michou ( loves Vintage )

Es gibt Begegnungen, die nachhaltig Eindruck machen.  Da können sie noch so kurz sein: 
Ich bin absolut verlässliche Leserin des Blogs von Michou. Seit wann kann ich gar nicht so genau sagen... vielleicht 2 oder 3 Jahre? Es gehört zu meiner Blogleseroutine, täglich bei ihr nach Neuigkeiten zu schauen - nicht weil sich unser Kleidungsstil so wahnsinnig ähneln würde ( tut er nicht) oder weil ich mir irre viele Nähkniffe abschauen könnte ( ich bin nicht die Schnittanpasserin).
Schon oft habe ich überlegt, was ich an ihrem Blog so schätze.  Es ist definitiv die Nähe zur Leserin, die sie aufbaut in ihrer Art der Schreibe. Es ist gleichermaßen die Privatheit und Offenheit, das Zweifeln und die Glücksgefühle beim Nähen die sie vor der Leserin ausbreitet und  in die ich  mit hineingenommen werde - einfach das absoult echt sein. Dazu gehören für mich auch die Fotos vor der Küchenzeile, das sichtliche Abmühen mit der nicht vorhandenen Bildqualität, ihre ureigenen Gedanken zum Thema "Frau". 
Nicht zuletzt: wir sind gleich alt und haben recht junge Kinder, quälen uns herum mit den sich sich verändernden Ansprüchen an das was wir im Prozess des Älterwerdens für uns Mode nennen. Und dann lebt sie in Bonn- einen Katzensprung entfernt sozusagen :).




Da sitze ich gestern mit meinen Kindern und einer lieben alten Freundin ( alt, weil über 70 :)) vor der Eisdiele in der Münstereifler City, fühle mich ein bisschen fancy weil ich mir zur Feier des Tages etwas Mühe mit meinem Äusseren gemacht habe ( ich führe meine neuen Schuhe aus die mit Wendepailletten in weiß/ Gold bestickt sind und trage eine superduper dazu passende 7/8tel Jeans in strassbesetzter "destroyed-Optik" dazu ) und entdecke ein vertrautes Gesicht. "Witzig! Da isse ja!" ...irgendwie sowas hab ich gedacht und musste schnell überlegen was ich in die Fußgängerzone rufe um sie auf mich aufmerksam zu machen, denn: sie kennt mich ja nun gar nicht.  Mein Kopf kramt ohne mein Zutun ein " Kommen Sie aus Bonn?" raus. Das erscheint mir beim Rufen wenig aufdringlich, schmälert die vermeintliche Zielgruppe und stellt mich zum Glück nicht so in den Mittelpunkt. 
Michou dreht sich um- jey!!  Jetzt muss ich schnell erklären warum ich sie kenne und sie mich nicht, sonst isse wieder weg.
Ich rede mit hochgereckten Händen die bildlich ein "Gänsefüßchen"  beschreiben und spreche mittig zwischen die pantomimischen Gänsefüsschen von Blog und so .   Gleichzeitig denke ich mir: mensch Wiebke, steh doch auf beim reden und hör auf zu Siezen, das braucht Ihr doch nicht wirklich miteinander haben!   Dann geht mir durch den Kopf, dass diese Art kennenlernen irgendwo bei Prominenz entdecken, Fankultur und Kontaktanzeigen abgelegt sein müsste und doch ganz anders ist. So ein Phänomen  gibt es vermutlich erst seit es soziale Medien gibt, bei denen man Menschen lesend recht nah kommen kann, sich im Laufe der Zeit im positiven Sinne sehr  an sie gewöhnt und dabei vollkommen vergisst, dass man ihnen noch nie wirklich begegnet ist. Wenn nicht die Bereitschaft der Schreibenden vorausgesetzt wäre, soviel Nähe zu unbekannten Lesern zu erlauben hat das sofort was von Stalking. Seltsam, oder?

Was Michou durch den Kopf ging, lest Ihr hier: 

Geliebte Leserinnen

 
Ich musste schmunzeln, als ich gestern ihren prompten Beitrag zu unserer Begegnung las.
Zuvor machte ich mir noch Gedanken, ob ihr sowas öfter passiert- bekannt genug ist sie ja als Bloggerin dafür.   Und ich überlegte, ob ich ihr zu nahe getreten bin mit meinem Nölen über die Passwortsperre in ihrem letzten post.  Und überhaupt:  kommt da in der Kürze der Zeit gegenseitig überhaupt zwischenmenschlich was rüber? Das ist ja schon anders, als sich auf einem offiziellen Bloggerevent über den Weg zu laufen und sich anzusprechen- das gehört dort ja  quasi dazu. Und doch: einmal herzlich umarmt zwischen den Eisdielengästen  und das Gefühl gehabt: hier müsste jetzt viel mehr Zeit füreinander sein.
Soviel zu meinen Gedanken während unserer Begegnung.

Liebe Michou!
Auf der " die möchte ich unbedingt gerne einmal in echt kennenlernen und ein bisschen quatschen"- Liste standest du ganz oben bei mir.  
Ich kann das -speziell nach dem Lesen deines Berichtes unserer Begegnung- nur zurückgeben:
You made my day!  Tatsache :). 
Gerne wieder, gerne ausführlicher nochmal "in echt" !  
Und schreib weiter so- genau so. Wir mögen das!



Donnerstag, 15. Juni 2017

Welche gemusterten Oberteile kann ich tragen und warum? Was geht auch jenseits meiner Farbpalette und wieso?

Fragen über Fragen :)



Meine letzten Stoffkäufe waren fast ausnahmslos gemusterte Stoffe- auffällig gemustert zum Teil.
Mit der Strategie: "wenn´s mir nicht gefällt kann ich mir immernoch einen Rock draus machen und ein einfarbiges Oberteil dazu tragen" hab ich solche Einkäufe schon öfter mal gerechtfertigt, bin damit aber schon lange nicht mehr zufrieden. 
Es kostet zuviel Verschnitt, es ist immer erstmal mit Frust verbunden und endet bestenfall in Auftrennen und was anderes nähen.  
Gemusterte Röcke trage ich ja immer gerne! Aber mal so ein schönes Kleid oder eine Tunika, ein Shirt oder eine Bluse in  auffällig gemustertem Stoff hätte ich schon gerne.  Über die Jahre ist mir das Gefühl dafür vollkommen abhanden gekommen (darauf musste ich erstmal kommen- eine echte Erkenntnis :) !) und bis auf ein oder zwei gekaufte Blusen sieht es inzwischen echt mager aus in meinem Kleiderschrank. Ich hatte lange keine Ahnung mehr was mir steht und nicht... und vor allem warum.  
Was mir  (neben einer Liste an Lieblingsfarben, Schmuck und Klamottentypen ) hilft ist ganz schlicht: Fotos machen. 

Vor einiger Zeit kaufte ich online einen schwarzgrundigen Blumenstoff den ich zu einem A-Linienkleid vernähen wollte.  Als ich den Stoff dann im Paket liegen sah wusste ich ganz schnell: das gibt nicht wirklich was.  Ich hab es dann doch versucht und es sah schrecklich aus.  Wie Omas Kittel, wie ein Mauerblümchen, wie "Kannste so machen, aber iss dann halt scheisse". 

Hier der Stoff:

 
Nee, das bin ich nicht.  Auch nicht als Rock.  Oben nicht, unten nicht:
Keine Ahnung ob ich den Stoff gekauft hätte wenn ich ihn "in echt" im Laden gesehen hätte.  
Ich kann mir da nicht mehr so ganz trauen.

Gestern dann im Stoffgeschäft... ich wollte Gummiband kaufen und finde dann das hier:




Ein Panel, 70cm hoch.  Ich breche innerlich in Jubel aus: ist-der-geil-das-wird-ein-Shirt-mit-viel-schwarz-boah! 
Ob mir das steht?   Die Farben sind hier ganz ähnlich. Insgesamt einen kleinen Tick wärmer, was von Vorteil ist-  aber der Stil ist ja mal komplett ne andere Nummer.  
Das könnte mich immerhin retten: Hier steht die Rockerlady mit schwarzer Animalprinthose, Stiefeletten  und  oversized Tigershirt.   Diese Art Statement kann ich ganz gut.  Da müssen dann auch die Farben nicht schmeicheln- aber warum eigentlich nicht?  

Guckt mal, die Farben sind ganz ähnlich, das fand ich interessant als ich sie dann zuhause verglich:




 

  




 ...und doch ist alles ganz anders- auch die Stoffart:




Obwohl die Farbwahl beim Blumenkleid voll daneben war weiß ich beim Tigerprint: das wird nix für die Tonne!

 

 
 


Jetzt muss ich mir erstmal passend schwarzen Visosejersey kaufen und dann schaunmermal.



Ein mutiger Glückstreffer war dann letzte Woche das hier:




Dieser Viscosekrepp fiel mir vor einiger Zeit schon ins Auge, aber ich hab mich echt nicht getraut.  Wenn ich den rapportgerecht kaufe, dann ist das kein Schnäppchen bei 27 Euro pro Meter.
Dann hab ich ihn aber doch noch gekauft, knapp kalkuliert im Stoffverbrauch (und somit die Ärmel leider nicht im Musterverlauf wie es sich gehören würde)  und das A-Linienkleid als Tunika ( weil kürzer) genäht.
Steht mir und punkt .  Aber warum?  



Was ich weiß:  hier versammeln sich eine ganze Handvoll von Farben, die mir gut stehen. Herbst- und Gewürzfarben.  Dann noch ein Hauch von Hippie und Daumen hoch.  Auch der weichfliessende Stoff schmeichelt.
Hier also volle Punktzahl.





das Bild gibt die Farben schon ziemlich genau wieder:


In diesem Kleid fühle ich mich wohl, schaue mir gerne die vielfältigen Muster und Farben an und denke mir: wenn ich das als fertiges Kleid im Laden gesehen hätte dann wäre ich möglicherweise dran vorbeigelaufen. 


Hier bin ich happy mit dem Stoffkauf. Am Ende hat mich dieser Fummel etwa 50 euro gekostet.
Ungefähr das was ich günstigstenfalls in einem Geschäft bezahlt hätte für ein fertiges Kleid, genäht in Bangladesh für Hungerlohn zu unmenschlichen Bedingungen. 


Tschühüüüs!









Montag, 8. Mai 2017

Der RUCKSACK-Shopper von Pattydoo und warum ich problemlos zu gerissenen Sehnen und Fluorchinolonen überleiten kann...




 


Stell Dir vor: Du lebst auf über 800 Metern in den provencalischen Bergen am Hang in einem uralten Bauernhaus mit vielen Treppen im und ums Haus. Auf den vielen schmalen Pfaden des grossen zu bewirtschaftenden Grundstücks geht es immer irgendwo hinauf oder hinab.
Stell Dir jetzt mal vor Dir ist die Tibialis-Posterior Sehne gerissen -schon vor geraumer Zeit - und nun soll eine Operation vorgenommen werden bei dem das Fersenbein sowie der Oberfußknochen zersägt und wieder gerichtet  und eine Sehne verpflanzt wird und Du bist der Mensch der sein gesamtes Leben und Arbeitsleben auf dieses Stückchen Erde abgestimmt hat, dort seit über 30 Jahren viel arbeitet und viel laufen muss... quasi ständig irgendwas in den Händen trägt auf dem Weg von A nach B und nach C und ganz hoch und wieder hinunter- sei es Papierkram, Laptop, Wäsche, Werkzeuge, Geschirr, Einkäufe, geerntetes Obst - und Dir wird verordnet nach der OP Deinen Fuß 6 Wochen lang überhaupt nicht zu belasten und danach erst wieder peu à peu  .... so dass zu hoffen bleibt innerhalb eines Jahres halbwegs wieder auf den Beinen zu sein im wahrsten Sinne des Wortes. 






Es gibt eine Frau deren kluge Arbeit am Menschen mich seit fast 20 Jahren nachhaltig begleitet und der nun in Kürze diese Operation bevorsteht. Sie überlegte wie sie nach der OP wohl zurechtkommen wird und hat  einen sogenannten iWalk-free für sich entdeckt mit dem sie schon probelief. Das kann man sich ohne weiteres wie eine Art modernes Holzbein vorstellen auf dem man sein angewinkelte Bein festschnallt :) :




 

Als ich überlegte was ich ihr ausser guten Wünschen mit auf den Weg geben möchte fiel mir ein:  ein Rucksack wäre toll!   Oder eine Tasche!  Oder ein Umhängetäschchen!  Oder alles auf einmal, aber so dass es was nützt und sie die Hände frei hat um einmal mehr sicher zu stehen, sich einmal mehr irgendwo festzuhalten, einen Weg weniger gehen zu müssen und etwas weniger ermüdet durch den Tag zu kommen.   Als ich neulich meinen Weekender nähte überlegte ich noch wie ich eine solche Multifunktionstasche "erfinden" könnte.  Und vor einigen Tagen erst entdeckte ich den Rucksack-Shopper von Pattydoo, der 
alle diese Merkmale vereint. 

abknöpfbarer Brustbeutel
Rückansicht mit der pfiffigen Trageriemen-/ Rucksackgurtlösung


Das Band und  den abknöpfbaren Brustbeutel habe ich mit Camping-Druckknöpfen angefertigt. Deutlich günstiger als Metallkarabiner und D-Ringe :)
 

Ich hab ihn gleich genäht!  

 
 
Das von mir ausgewählte Material ist Softshell- habe ich zuvor noch  nie verarbeitet, ist aber für mich der Stoff der Wahl:  Waschbar, mit gewissem Stand und im Gebrauch ungemein dankbar. 

Meine Tochter freute sich über das erst im Regen sichtbare Special und bunkerte sofort die Zuschnittreste:


Softshell, der bei Regen ein zweites Gesicht zeigt.  Sehr schön -gibt es von der Firma Glünz



Ich habe noch eine Paspel eingenäht und ein schönes Webband verwendet



Als Verstärkung entdeckte ich einen ca 5mm dicken Schaumstoff der eingenäht wird und nicht aufgebügelt.  Zunächst war ich gar nicht so zufrieden mit der Einlage... irgendwie zu sperrig, zu wenig smoooth.   
Ansonsten aber konnte ich das Stück mit gutem Gewissen abgeben.  Die Freude bei der Beschenkten war groß! Meine mit Bedacht gewählten Farben kamen gut an und das abknöpfbare kleine Innentäschchen das auch mit Band versehen zum Brustbeutel taugt wurde bejubelt.  Toll :) ! 

Im Gespräch stellte sich heraus, dass die Schaumstoffeinlage ideal ist!  So kann der Laptop täglich mit im Rucksack von A nach B getragen werden ohne Schaden zu nehmen.  
Ich freu mich sehr.  In der Planung der Tasche überlegte ich noch den einen oder anderen Gimmik wie weitere Innentaschen oder ein Karabinerband für Schlüssel. Aber letztendlich musste ich mich dann doch an mein eigenes Zeitfenster halten und die Tasche sollte rechtzeitig fertig sein. 

Gestern dann konnte ich sie als Überraschung übergeben und habe gegen abend schnell noch ein paar Handyfotos geschossen.  Ich hätte das wertvolle Stück sicher in viel besseres Licht rücken können wenn ich eher dran gedacht hätte, aber was solls.  
Wichtig ist, dass die Tasche bei der Trägerin gute Dienste leistet und ich wünsche in diese Richtung von Herzen alles Gute, gute Besserung und stets eine Hand frei zum festhalten !

Dieser Frau sind ürigens zuvor beide Sehnen in der Schulter gerissen und operiert worden und inzwischen scheint klar zu sein, warum sie da so eine "Serie" hat.  Das sollte unbedingt jeden interessieren, der eine gewisse Art von Antibiotika -die Fluorchinolonen- verordnet bekommt:


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http://www.spiegel.de/spiegel/antibiotika-fluorchinolone-schreckliche-nebenwirkung-a-1134102.html

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 Tschühüüüs!

Mittwoch, 19. April 2017

Weekender von Pattydoo: Wunsch trifft auf Bedarf und passenden Stoff

Mit dieser Tasche habe ich mir einen Wunsch erfüllt! 




Schon länger habe ich eine kleine, grössenverstellbare Reisetasche auf meiner Wunschliste des Selbernähens. 

Ich habe auch einen meiner vielen Stoffe ausgeguckt, den ich schon länger wahnsinnig gern zu einer Tasche vernähen möchte und den ich dafür hüte. Jetzt kommt auch noch der konkrete Bedarf dazu und sogar ausreichend Zeit zum Nähen. Woaaah, das ist besser als arglos bummeln gehen und unerwartet  was tolles geshoppt zu haben! 



Seit ganz kurzer Zeit ist es bei uns zuhause amtlich, dass ich nochmal eine Ausbildung beginne.
Dazu werde ich über zwei  Jahre monatlich einmal ein ganze Wochenende "verreisen" und wechselnde Seminare besuchen. Neben meinem Seminarordner und den Fachbüchern habe ich also auch Platzbedarf für ein wenig Wechselkleidung, Nachtwäsche und den privaten Kram, den Frau übers Wochenende so mitnehmen möchte.  Im Sommer wird die Reisetasche naturgemäß leichter gepackt sein als im Winter und je nach Müdigkeit und Wetter werde ich gelegentlich auch nur eine Nacht statt zwei aushäusig verbringen und für den Abend nach Hause kommen.  

 

Der hauptsächliche Anspruch an die Reisetasche lautet also:   sei möglichst unkompliziert zu tragen und fasse souverän unterschiedlich viel Inhalt.  Und bitte sei schön anzusehen :)!

 Mit dem Weekender von Pattydoo habe ich den perfekten Begleiter gefunden, die Tasche ist echt toll!
Wenn man fertige Gurtbänder verwendet und nicht wie ich alle Trageriemen selbst anfertigt, dann ist der zeitlich Aufwand auch echt überschaubar.  Ich habe in vielen kleinen Etappen über die Ostertage genäht und schätze mal auf ca 8 Stunden Arbeitsaufwand mit Schnittvorbereitung. 

Die Tasche ist aus einem sündhaft teuren Möbelstoff genäht, von dem ich einen schönen Rest hüten konnte:  Ein petrolblauer Chenillerips mit tollem Lüster.   Dazu hatte ich passend ein Stück Microfaser in Wildlederoptik in meinem Fundus.  Sogar Reissverschluss samt Zippern war farblich passend vorhanden und ein toller rot changierender Taft mit tollem Stand für das Taschenfutter.  

 



 Zu diesen wunderbaren Zutaten wollte ich kein schnödes Gurtband verwenden, ich habe dann alle Riemen ebenfalls aus der Microfaser genäht.  Nur die D-Ringe und Karabiner habe ich mir dazugekauft. Da brauchte ich dann nicht aufs Geld schauen- ruckzuck waren hier fast 30 Euro ausgegeben. Das wars dann aber auch schon.






Genäht habe ich die Stoffe auf meiner guten alten Industriepolstermaschine, eine andere hätte die vielen Lagen Stoff vermutlich nicht gepackt.  Die  Karabiner am Reissverschluss sitzen an so vielen gefalteten Stofflagen, das glaubt man ja nicht wenn man nicht selbst näht.  Hier musste ich dann auch ein bisschen schludern und der Maschine beim schieben helfen.  Hier wäre Gurtband sicher einfacher gewesen aber ich habe es lieber konsequent durchgezogen mit meinen Materialien.  

Der Weekender ist schlau durchdacht. Die kleine aufgesetzte Tasche vorne macht kaum zusätzliche Arbeit, der Taschenboden ist schnell angesetzt und der schönste Gimmick ist für mich das verstellbare Volumen der Tasche mit den Karabinern:




Toll ist auch der  abnehmbare Tragegurt der bei Bedarf einmal diagonal an der Tasche befestigt werden kann. 

Das nächste Seminarwochenende wird dann die erste Reise meines Weekenders sein.  
Vermutlich werde ich vorher noch einen innenliegenden festen Taschenboden anfertigen für mehr Stabilität und Optik.  Dazu dann noch metallene Taschenfüsse für unten drunter weil mir die Microfaser dann doch zu empfindlich ist um sie draussen immer wieder auf dem Boden abzustellen. 

Für Taschenfreaks eine absolute Empfehlung von mir! 



 


     Tschühüüüs!











Montag, 3. April 2017

Vom Nähmaschinenführerschein und anderen Träumen




In den Herbstferien letzten Jahres hat meine 8jährige  Tochter einen "Nähmaschinenführerschein" gemacht.
Bei unserem Fachhändler wurde ein Kurs für Kinder angeboten, in dem sie die grundlegenden Funktionen einer Nähmaschine kennenlernten und eine Einführung ins praktische Nähen erhielten. 

 


Ich gab ihr meine Brother anniversary  mit, auf der sie ihren Führerschein machte und
fortan für eine Weile zuhause nähend experimentierte.  Wilde Muster wurden in meinem Arbeitszimmer genäht, einfache Teile zusammengenäht, Zierbänder befestigt... das Schöne für mich war:  wenn die Nähmaschine offensichtlich muckte, der Faden nicht mehr richtig lief oder sonstiges, dann hörte die Tochter auf zu nähen und zog mich zu Rate.  Ich konnte und kann mir sicher sein, dass sie die Maschine nicht kurz und klein orgelt. Von daher darf sie nach Absprache jederzeit nähen. Das ist schön für uns beide :) und dem Nähmschinenführerschein zu danken.

Einige Zeit später nahm sie mit einigen Freundinnen an einem Kinderworkshop teil.  Ich bin immernoch vollkommen beeindruckt mit welcher Ausdauer und Ernsthaftigkeit die Mädchen bei der Sache waren.
Immerhin wurde eine Tasche genäht.  

 

Von der Stoffauswahl über den Zuschnitt bis zum Nähen aller Einzelteile waren die Kids gefordert. 6 Stunden waren -inclusive Pause angesetzt und als ich um 16 Uhr das Kind abholen wollte musste ich mich gedulden.  Alle Kinder nähten noch ausdauernd bis fast 18Uhr um dann die fertige Tasche mit nach Hause zu nehmen.  Ein ganzer Arbeitstag mit intensiver Konzentration, alle Achtung!!  




 

...aber mal halblang und Hand aufs Herz: die Mädels brauchten für alles selbstverständlich eine Anweisung und bekamen soviel Hilfe und unterstützendes Mitnähen der Kursleiterin, dass das Nettonähwerk vermutlich bei etwa 30 Prozent liegt.  Ich selbst habe noch abschliessend den Tragegurt angenäht um die Sache zu beenden, aber so what: die Kinder haben den Traum vom Nähen mit nach Hause genommen und  inzwischen wurden hier weitere Taschen angefertigt mit immer mehr Näheigenleistung der Tochter bei jedem Stück.

Weihnachten war dieses mal das Fest der vielen Nähzubehörgeschenke :) .


Definitiv keine Empfehlung von mir für Nähanfänger
 Ein Buch mit Anleitungen für viel kleine Taschen war auch dabei aber ich kann heute noch 
ungehalten werden, mit wievielen Unvollständigkeiten und Unklarheiten die Texte dazu gespickt waren.  Ich musste grübeln und zeitweise "den Kram hinschmeissen " weil mich die Geduld verließ.
Letztendlich habe ich meine Tochter ohne Buch angeleitet und werde -weil das entsprechende Täschschen noch weitere Male genäht werden will- dem Kind die Anleitung umschreiben, so dass sie verständlich ist.  Wohlgemerkt:  ich bin weißgott kein Nähanfänger oder Taschenneuling und musste wirklich grübeln, was der Autor da von mir will.   Also wenn eine Empfehlung ausgesprochen werden soll, dann leider dieses Buch : nein!  


Ein schönes Buch für Nähanfänger und Taschenjunkies!



  
Ich habe mich mit dem Taschen-Buch von Pattydoo beschäftigt  und mit der Tochter das kleine "Origami-Mäppchen" genäht.  Alles ist super beschrieben und auch Schritt für Schritt bebildert. Wer will, für den gibt es auch Videoanleitungen- was will man mehr. Toll!  So kann sich das Kind viel besser mit der Materie beschäftigen.

 

 ... Und jeder Nähanfänger sowieso.  



...zum Glück habe ich ihn nicht verkauft: der Nähkorb beherbeergt inzwischen zahlreiches Zubehör :)

Inzwischen haben wir zuhause zwei ernstzunehmende Nähvorratslager.  Das Kind hortet Stoffe und Bänder und per glücklichem Zufall gibt es jetzt auch einen Nähkorb für die Kleine.  Ich habe nämlich bei einer Tombola einen Korb für Nähzubehör gewonnen und weil ich für dieses Leben schon ausreichend Eulen gesehen habe freut sich die Tochter über das gute Stück.

Ganz allgemein ist festzustellen, dass ernsthaftes Interesse für dieses schöne Hobby deutlch früher beginnt, als "zu meiner Zeit".   Ich hab mit ca 14 Jahren das Nähen angefangen in den frühen 80ern. Die Kids heute sind locker mal mit 7 oder 8 Jahren dabei.   Das bedeutet für den Nähmaschinenhandel eine prima Zielgruppe.  Ich habe mich für die Tochter einer guten Freundin schlau gemacht, was denn für 8jährie Nähanfängerinnen an Maschinen sinnvollerweise zu kaufen ist.  Von sogenannten Kindernähmaschinen riet mir mein Fachhändler ab ( und dem kann ich zustimmen) . Die wichtigste Funktion sei das Einstellen von *langsam nähen*  und  wünschenswert ist ein automatischer Fadeneinfädler.  Dem kann ich nach vielen Stunden Nähen mit Kids zustimmen.  Ich persönlich habe bei der Recherche die W6 für uns entdeckt- Preis/ Leistung top und mit vielen Features.  Allerdings sind wir gut versorgt mit unserem Fuhrpark und es wird erstmal gar nichts gekauft.   Sollte jedoch meine Maschine in gleicher Gewichtsklasse ersetzt weren müssen dann würde ich mir die W6 nochmal zu Gemüte führen.   Die wär auch was für mich :).


 Die folgende Tasche ist das letzte Werk meiner Tochter.  Tatsächlich hat sie hier alles ( unter Anleitung-versteht sich) selbst genäht, bis auf die unteren Ecken der Tasche, da hat schlichtweg die Maschine unter den kleinen Händen gestreikt und Mutters führende Hand musste her. Hier können sich auch  die sichtbaren Nähte echt sehen lassen und ja:  ich bin stolz auf die Kleine, klar!  :)





Auch hier kann ich immer wieder den selstlöschenden Trickmarker von Prym empfehlen:  einfach die geraden Nähte der unteren Aussentasche mit dem Stift vorzeichnen und nachnähen: Das macht gerades Nähen kinderleicht!


Was habt Ihr für spannende Erfahrungen mit den Kids und dem Nähen?