Dienstag, 21. Februar 2017

Stilvoller Industrielook: Postwagensofa in Shabbychic



Freunde von mir haben das grosse Glück, irgendwo einmal einen solchen Postlagerwagen abegriffen zu haben.  Alles noch top in Ordnung, schön shabby und vor allen Dingen original. Nix verändert, nix verschlimmbessert. 
Ob ich ihnen dafür eine Matratze und Rollen anfertigen könnte, damit dieser Wagen zukünftig als Kindersofa im Wohnzimmer stehen könne?  

Klar! 

 

Ich habe einen Schaumstoff in mittelfester Sitzqualität passend und auf 10cm Höhe zugeschnitten. So kommt man auf eine Sitzhöhe von insgesamt ca 45cm. Das entspricht Stuhlhöhe und ist entsprechend komfortabel.  Zusätzlich habe ich Schaumstoffrollen von 18cm Durchmesser besorgt. 

 

Alle Schaumstoffe mussten rundherum mit Polywatte ummantelt werden. Das bedeutet Klebearbeit die erstmal entsprechend stinkt und etwas ablüften muss.  Aber so ist´s fachlich richtig: das schafft eine fluffige Optik plus Haptik und verhindert, dass die Schaumstoffe sich im Laufe der Zeit durch das Sonnenlicht zersetzen. Das Licht gelangt nämlich auch durch dichte Stoffe.



 

Der Stoff ist eine gut waschbare, aufgerauhte Baumwolle. Gleichermaßen pflegeleicht wie angenehm zur Haut. Dieser schöne, rauchige Mint-ton passt perfekt zu dem abgeschabten Lack! 


Vor dem Zuschnitt habe ich die Stoffe vorgewaschen, da sind wir -was das zukünftige Waschen angeht- auf der sicheren Seite.  
Jedes Teil wurde mit einem Reißverschluss versehen, bei den Rollen etwas tricky umzusetzen ( weil der RV sozusagen in die fertige Hülle eingenäht wird) aber an sich gut machbar. 



 

An Nähgimmicks habe ich mir ansonsten alles gespart, dieser Industrielook spricht für sich selbst. Nur die Nahtzugaben habe ich alle zu einer Seite weggesteppt.





Schick, oder?

Tschühüüüs!










Donnerstag, 16. Februar 2017

Anleitung: Glacé-Handschuhe schnell selbst genäht

Hier kommt wie versprochen die kleine Anleitungn für die Handschuhe.

Ich habe etwas festeren weißen Jersey genommen und die Hand meiner Tochter 1:1 mit dem selbstlöschenden Prym-Trickmarker draufkopiert:





Dann wird die Kopie mit ca 5mm Nahtzugabe ausgeschnitten und rechts auf rechts auf die zweite Lage Stoff gelegt und fixiert.  Den Einstieg in den Handschuh -also den Saum-  habe ich mit elastischem Zierstich schonmal im Vorhinein fertiggestellt. Das Loch ist nämlich zu klein um es am fertigen Handschuh zu säumen:





Danach wid alles mit ca 2mm Abstand von der Markierung zusammengenäht. Meine Stichlänge beträgt ca 2,5 bis 3. 
Die Fingerkuppen haben auf jeden Fall ein wenig mehr Abstand zur Markierung und dort wo die Hand beginnt ( wo unsere Schwimmhäute sind :) )  habe ich die Stichlänge auf höchstens 1,8 verringert um möglichst geschmeidg die kleine Kurve nehmen zu können:




An dieser Stelle ist es für die Haltbarkeit nicht schlecht wenn wenigstens  ein Stich waagerecht vor der Wendung genäht wird, damit der Handschuhfinger beweglich ist und nicht gleich einreisst:

Dann wird alles vorsichtig zurückgeschnitten und gewendet.  Bei 10 zu wendenden kleinen Fingern lohnt sich so ein kleiner Plastik-Wendestab wenn vorhanden.  Ein kleiner Teelöffelgriff tuts auch :) :



Feddisch mit etwa 10min Arbeitsaufwand:



Ich hoffe diese kleine Anleitung ist Euch bei Bedarf ein bisschen hilfreich!


Tschühüüüs!

Dienstag, 14. Februar 2017

low-budget Aktion: Karnevalskostüm PANTOMIME und selbstgemachte Glacéhandschuhe

Alaaf :)

Zu Karneval soll es in diesem Jahr ein Pantomimenkostüm für meine Tochter werden. Ihr Wunsch gefällt mir! Ich habe mich da ganz an ihre Vorgaben gehalten mit Ringelshirt, schwarzer Hose, Hosenträgern und gaaanz wichtiges Utensil für sie: Glacéhandschuhe!
Das Shirt habe ich ihr aus einem meiner fast ausrangierten Obereile zurechtgeschneidert. Der Shirtschnitt stammt aus der Ottobre 1/2015 und heisst "Tucan".  Ein simples, nettes Teil das sicher noch öfter angefertigt wird- jetzt wo ich den Schnitt hier paratliegen habe. Für den Halsausschnitt hatte ich sogar noch schwarzen Jerseyschrägstreifen hier.
Die schwarze Hose stammt aus dem ganz normalen Klamottenfundus meiner Tochter. Ebenso die kurze schwarze Sweatjacke. 

 







Für Hosenträger war ursprünglich schwarzes Gummiband vorgesehen aber ich hatte verpasst es zu kaufen. Also musste ich etwas aus dem Zubehör zaubern was ich zuhause rumliegen habe.  Wir haben uns für schwarzen Endlosreißverschluß entschieden den ich von innen an den Hosenbund genäht habe.  Meine Tocher fand das so witzig, dass ich ihr noch einen Schieber einfädeln musste.  Vom Komfort her klappt das super mit den Hosenträgern denn die Jeans ist ziemlich stretchig und übernimmt sozusagen die Dehnung beim hocken oder sitzen.








Als kleinen Hingucker nähte ich rote Knöpfe an. Grössere hatte ich nicht aber ich finde das geht gut so. Später kann ich alles problemlos wieder abtrennen und die geliebte Hose kann wieder ganz normal weitergetragen werden- Bedingung meiner Tochter .  Andernfalls: Prozess am Hals :)
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modische Hose mit Reißverschluss hinen ;)





Das I-Tüpfelchen sind die Glacéhandschuhe... aber finde mal welche die wie angegossen an diese kleinen Hände passen, nicht gleich kaputt gehen  und dem Zweck angemessenes Geld kosten! 






In meiner Not habe ich etwas festeren weissen Jersey verwendet und die Dinger selbst genäht. Ich habe die Umrisse der Hand platt mit dem Prym-Makierstift direkt auf den Stoff gezeichnet, mit etwa 5cm Nahtzugabe ausgeschnitten und dann mit etwas Abstand zur Markierlinie zuammengenäht. Abschliessend musste dann nur noch die Nahtzugabe so weit wie verträglich zurückgeschnitten werden und alle Finger geduldig gewendet werden. Ich war mir überhaupt nicht sicher ob das was werden würde. Als alte Handschustrickerin dämmerte mir, dass der Daumen etwas eingerückt an der Handfläche platziert sein muss um gut zu sitzen. Letztendlich fehlt ja beim platt abzeichnen eine Dimension aber ich war echt von den Socken! Das Ergebnis "geht nicht nur so" sondern ist echt überraschend prima geworden und die Handschuhe haben ihren ersten Einsatz schon heil überstanden.






Wie die Passform bei grösseren Händen oder dickeren Fingern sein wird weiß ich nicht. Aber von dem Kinderhandschuh dieser Machart bin ich so begeistert, dass ich Euch morgen ein schnelles Tutorial vorbereiten möchte. Dazu brauche ich allerdings erst nocheinmal die wohlwollende Hand meiner Tochter zum abzeichnen und fotografieren.

Das Kostüm ist eine echte low-budget-Produktion. Einzig den Hut haben wir für fünfneunzich dazugekauft. ( Aufgeklebtes Blümchen abgemacht und die nicht entfernbaren Kleberflecken mit einem breiten schwarzen Filzstreifen kaschiert). Sogar die Schminke war im Haus. So macht mir das Spass!


Tschühüüüs!











Mittwoch, 8. Februar 2017

CLARICE in Paillettenstrick



Fertig ist die Jacke CLARICE ( von Schnittgeflüster) schon eine ganze Weile. Den schönsten Auftritt hatte sie im November bei einer Ausstellungseröffnung. 
Dort fühlte ich mich mit dieser Joppe sehr gut und gleichzeitig lässig gekleidet.

 




Wichtig war mir die optionale Kapuze. Nicht um sie ständig überzuziehen, sondern um sicherzugehen, dass ich mit dem Paillettenstrick nicht zu tief in die Schickimickikiste greife für den Alltag:


 





Sehr erfreut bin ich immer über schlichte Schnitte bei denen nicht vergessen wird über einen Brustabnäher nachzudenken. So sitzt das Teil dann an entprechender Stelle im Idealfall faltenfrei:







Die gekonnte Lässigkeit bei der Claice auf Foto zu bannen fällt mir beim Spiegelselfie echt schwer, auch der schöne Glitzereffekt kommt kaum rüber. 











Taschen hat meine Clarice nicht, ich dachte zuerst an Nahttaschen, hab dann aber doch einfach drauflosgenäht und vergessen sie mit einzuplanen..





In der Schnittanleitung wird geraten, nicht allzu elastische Stoffe zu wählen. Der Paillettenstrick ist allerdings schon echt sehr elastisch. Ich habe ihn komplett mit leicht querelastischem Bügelvlies unterlegt und zusätzlich alle Kanten mit der Overlock versäubert.



 Das Overlocken war an sich nicht nötig, gab aber den Schnittteilen beim Zusammennähen genug Grip, so dass ich keine Probleme hatte, passgenau zu arbeiten.  Inzwischen kann ich auch sicher behaupten, dass das so funktioniert hat :) und nix ausleiert oder beult.
  In der Anleitung ist der Vorgang des Komplettabfütterns nicht mit angegeben. Vom Zuschnitt her ist das ja kein Problem es dennoch zu tun. Die Belege vorne und den Halsbeleg habe ich mit Futterstoff verbunden und dann ganz nomal die Jacke gefüttert. Sogar eine kleine Bewegungsfalte habe ich im Rücken "eingebaut".   Nur das saubere Ablängen des unteren Saumes ist mir nicht gelungen, ich habe mir viel Mühe gegeben und das Futter sogar von Hand an den Strickstoff genäht aber offensichtlich fehlt mir da noch ne handvoll Fachwissen um das superduper hinzubekommen.  Stört mich optisch erstmal nicht weiter.  



Tschühüüüs!