Dienstag, 1. Dezember 2015

Winterjacken Sew-Along 2015 : Das Finale mit meinem Cocoon-Shape

Zum Finale zeige ich Euch meinen Wintermantel noch unfertig. 






Dennoch kann ich sagen, dass ich richtig Freude an dem guten Stück habe. Tatsächlich hätte ich nämlich nicht gedacht, dass der Schnitt so schön aussieht.  Ich habe mich -zum Glück- an die Grössenangaben gehalten und so kommt die Egg-Shape Form richtig gut rüber.  Leicht überschnittene Schultern, viel Platz im Mantel beim Tragen und eine schöne Form.  Meine Sorge, ich könnte aussehen wie Queen-Mum hat sich nicht bestätigt. Ich denke durch die kräftige Farbe und das Giraffenmusterfutter hab ich den Mantel gut rübergerettet in eine schicke Winterhülle. 
Ich habe heute mittag schnell huschhusch einige Fotos gemacht. Nicht schön, aber immerhin ein kleiner Einblick:   







Beim Anfertigen habe ich etwas gelernt und bin sehr zufrieden:  Die Leistentaschen hab ich zum ersten mal genäht und sie sind mir schon im ersten Anlauf recht gut gelungen. Bei einem nächsten mal weiß ich noch besser, wie ich sie perfekt hinbekommen kann:  






Der Kragen liegt gut, die Ärmel habe ich einen Tick verlängert. Die Futterärmel habe ich aus richtigem Futterstoff angefertigt, da wollte ich sichergehen dass mir der Stoff nicht an den Klamotten hängenbleibt beim reinschlüpfen.  




Bei der Knopfauswahl habe ich mich nicht wahnsinnig umgeschaut. Ich habe im erstbesten Stoffgeschäft diese hier gefunden und bin soweit ganz zufrieden  Sie korrespondieren farblich auch ein wenig mit der Farbe des Futterstoffes, sind hübsch aber nicht zu auffällig:



 


Jetzt muss ich mich noch um das Verbinden von Futter und Mantelstoff kümmern, aber da habe ich beim Zusammennähen gepatzt:  Jetzt habe ich an allen Schnitteilen  unterschiedliche Längen und muss mal  in Ruhe 
ein bisschen auftrennen und anpassen.  Wäre alles soweit gut gelungen, dann hätte ich gestern den Mantel noch fertiggenäht, aber meine Prioritäten liegen derzeit ganz woanders, nämlich hier:






In exakt 4 Wochen haben wir die ersten Gäste, die unser Ferienhaus mieten werden und SO sieht es jetzt aus. Wir werden es fertigbekommen-keine Frage.  Und es wird auch ganz kuschelig eingerichtet sein und alles am Platz haben was man so zum Wohlfühlen braucht. Aber ich muss wohl nicht näher erklären, dass dann so ein Wintermantelprojekt im Zweifel da zeitlich den kürzeren zieht. Fast alle Arbeiten und Restaurierungsaufgaben haben wir selbst in die Hand genommen, jetzt verlassen wir uns auf die Handwerker die rechtzeitig Bäder und Türen fertigstellen.  Alles andere haben wir im Griff- knapp aber überschaubar :).  Das ist nicht unser erstes Projekt dieser Art, von daher sind wir angespannt aber guter Dinge.

Zum Finale der Herzen bin ich definitiv dabei, ich bin ganz ungeduldig den Mantel fertigzustellen.  
Der Cocoon-Shape aus der Ottobre wurde noch von zwei weiteren Teilnehmerinnen genäht, das finde ich spannend.  So im Gesamtüberblick der Teilnehmerinnen gefällt mir ganz viel und die Vielfalt der Modelle finde ich grandios.  Was für ein Fundus zum Schmökern und anschauen!
Vielen Dank den beiden Veranstalterinnen Karin und Lucy für den wunderbaren Sew Along, ohne den ich sicher wieder auf kleineren Nähprojekten für mich hängen geblieben wäre! 

HIER könnt Ihr schauen, was alles gezaubert wurde in den Wochen.

Tschühüüs!






Montag, 2. November 2015

WJSA2015 zweiter Zwischenstand

Ich könnte mir vorstellen, dass mein Mantel und ich Freunde werden, soviel schonmal vorneweg.  





Ich habe sicherheitshalber und zum ersten mal überhaupt ein Probemodell angefertigt. Im Nähkurs unter den Augen meiner Mitnäherinnen.  Als ich mich fragte, wieso um himmelswillen dieser Ärmel nicht anständig einzusetzen ist, habe ich den Probemantel mit einem Ärmel mal anprobiert/ versucht, anzuprobieren. Ich konnte vor Schreien und Lachen nicht reden, hab immer nur in höchsten Tönen rumgequietscht unter Lachtränen:  Den einen Ärmel hatte ich versehentlich ins Halsloch gesetzt- der Mantel sah aus wie ein Ganzkörperbeanie für Elefanten.   Als ich das aber korrigiert hatte, war alles tutti soweit.  
Bisher hat mir das Nähen also so gar keine Probleme bereitet... da frage ich mich, warum ich das immer wieder so rausschieben muss mit der Näharbeit?  Der Stoff ist ganz toll - nachwievor. Die Farbe ist wahnsinnig lebending und das Vernähen klappt ganz wunderbar.  Ich hoffe, dass ich mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehne denn fertig ist mein Wintermantel noch lange nicht.  Bis heute habe ich den Oberstoff nur soweit zusammengenäht, dass die Ärmel eingesetzt sind und ich mir das "Ding" mal überwefen konnte vor dem Spiegel.  Mein kleiner Sohn -nicht ganz drei Jahre alt- schaute mir zu und fragte:  "Deine Decke, Mama?"  Ich versuche mal, mir dazu nicht allzuviele Gedanken zu machen :) .  Den Futterstoff habe ich soweit fertig auch mit den Belegen, dass ich ihn mal mit dem Mantel zusammenstecken konnte. Futterärmel fehlen auch noch und der Kragen- aber fürs Foto reicht das ja so. 




Zur Passform kann ich nicht viel sagen. Ich denke der Schnitt ist so konstruiert dass da passformmässig viel Spielraum ist bevor man sagen muss: "geht gar nicht" .  Das ist für mich ja auch einer von einigen Gründen, warum ich mir den Mantel ausgesucht habe.
Ich fand ja bisher den Giraffenfutterstoff richtig witzig und schmissig... 






...aber so angesteckt an den Mantelstoff kommt mir das ehrlicherweise noch mehr Queen-England-mässig vor als der Mantelschnitt ohnehin schon... oder wie seht Ihr das?   Noch ein bisschen Tosca drauf versprühen und dann ist das Ding rund?  Oder ist das jetzt wirklich im besseren Sinne witzig?   Also so ein kleiner "Boah" Effekt, der täte mir dann schon gut, wenn das Futter rausblitzt, weil ich den Mantelschnitt  so ein bisschen sehr oldscool finde. Ich hatte ja offiziell über eine Paspel nachgedacht und hätte eine neongelbe Samtpaspel, die ich dafür verwenden könnte.  Ist das zu spacig? 
Die Taschen werde ich unter Aufsicht anfertigen im Nähkurs, da wäre ein Patzer total schade. Solche Taschen habe ich noch nie genäht und einen teuren Stoff, halb vernäht so mittendrin einzuschneiden für die Taschen ist schon ne Nummer für sich.
Ich freue mich sehr über Meike´s Paspelknopfloch-Tutorial diese Woche. Da werde ich an einem Teststück mal ausprobieren ob mir das locker von der Hand geht und dann sehe ich diese Knopflöcher an meinem Mantel :)   .
Ich hab schonmal auf die Linkliste von Me Made Mittwoch gelinst, da sind schon spannende weitere Mäntel genäht worden. 
Schaut mal rein!

Tschühüüüs!
Wiebke 




Sonntag, 18. Oktober 2015

WJSA2015 erster Zwischenstand

Ich habe nach Euren aufmunternden Kommentaren den teuren Mantelstoff vorgewaschen:  Wollprogramm mit wenig Wollwaschmitel und dann auf dem Wäschereck trocknen lassen.  Der Stoff ist klasse!  Sieht aus wie neu gekauft, ist nicht eingelaufen und hat mir sogar das recht lieblose "über den Reckrand hängen lassen" verziehen. Also da hat sich die Investition schonmal gelohnt, aber das hat mir die Verkäuferin neulich so auch beim Kauf mit auf den Weg gegeben.  
Beim Schnitt vorbereiten war ich mutig- nein bockig. ich habe stoisch in Grösse 42 den Schnitt ausgeradelt um dann am Ende einzusehen, dass das auf keinen Fall so passen kann.  Kann man drüber schmunzeln, vielleicht findet sich ja die eine oder andere da wieder. So exclusiv bin ich sicherlich nicht in meinen Gemütsregungen zur eigenen Konfektionsgrösse, oder?
Apropos Konfektionsgrösse:  ich werden nun ein Probemodell in 44 anfertigen und schauen, wo ich was verändern, anpassen muss. In einer einschlägigen FB-Gruppe zum Thema grosse Grössen selber schneidern habe ich nach Anmeldung und meiner ersten Frage zum Cocoon Shape und Ottobreschnitten im allgemeinen sofort ausgesprochen nützliche Tips erhalten zB dass es auch mal bis zu 2 Grössen grösser zugeschnitten werden kann/muss.  Vielleicht ist das auch tatsächlich modellabhängig und sehr individuell.  

Jetzt bin ich also nicht so viel weiter gekommen, dafür einsichtiger.  Hat auch was :).  



Ich habe auch in meinem Fundus einen Futterstof für mich entdeckt.  Etwas schräg oder auch verwegen auf den ersten Blick:  ein Baumwolldruck mit Giraffenprint.  Davon ist ausreichend vorhanden. Die Futterärmel werde ich allerdings aud flutschigerem Futterstoff anfertigen, vielleicht noch eine kontrastfarbige Paspel zwischen Belegen und Futter anbringen - nähtechnisch ist wenigstens das für mich nichts neues, das habe ich beruflich schon kilometerweise im Einrichtungsbereich gemacht.  Wenn dann der Mantel tatsächlich passt und nähtechnich gelungen ist, dann kommt auch das recht auffällige Futter gut rüber.  
Die Farben auf dem Foto sind übrigens annähernd originalgetreu rübergekommen. Da kann man sehen, was für eine schöne Farbe der Mantelstoff hat.

HIER  bei MMM
könnt Ihr schauen wie weit die anderen kreativen Näherinnen mit ihren Mänteln gekommen sind.  Unbesehen würde ich mal behaupten, die meisten sind einen kleinen tick weiter als ich :).  

Dienstag, 13. Oktober 2015

Shirts für den Kleinen

Für meinen Sohn nähe ich immer mal wieder gerne einen Shirtschnitt aus Ottobre. Schmal  mit etwas überschnittenen Schultern steht dem kleinen, schlanken König ganz gut.





Hier habe ich von einem nicht mehr tragbaren T-Shirt das Flugzeug gerettet und auf das Ringelshirt appliziert.  Bei uns kann das "Deugdeug" jetzt sogar einen Looping fliegen.















Ein weiteres Shirt bekam freihand gezeichnet und übertragen den Namen aufgenäht. Hier habe ich ohne Stickvlies oder ähnliches einfach nur den Stoff ausgeschnitten, fixiert und mehrmals in freestyle übernäht. 
Weil mir die Zwillingsnadel kaputtgegangen ist, habe ich  den Saum dreimal nebeneinandergesetzt-ging auch :).
Bei uns in der Eifel ist es sehr plötzlich empfindlich kalt geworden mit Nachtfrost und diesigem Wetter.  Ich denke, die nächsten Shirts werden aus dickerem Stoff genäht. 

Tschühüüs!
























Sonntag, 4. Oktober 2015

WJSA2015 Stoff und Schnitt - und wie geht man mit Merinowolle um?

Mein Schnitt steht ja schon fest: Cocoon Shape aus der Winter-Ottobre vom letzten Jahr.  Ich bin dabei geblieben. Beim genaueren Lesen des Zuschnittes stellte ich zu meiner Freude fest, dass  auch Abnäher hinten  an der Schulter sowie am Ärmel vorgesehen sind. Ich hoffe, das macht sich dann im Tragelook bezahlt.  So ganz einfach zu nähende Mäntel würden es mir sicher leichter machen, aber ich hab mir ja was vorgenommen :) .
Farblich hatte ich mir immer einen kräftigen dunklen Rosaton vorgestellt.  Ich fand im erstbesten Stoffgeschäft meiner Wahl dann einen ganz tollen dunkelfuchsiafarbenen Merinowollstoff, schlich immer drumherum, kaufte für die Kinder und mich wegen Ladenumzugs drastisch herabgesetzte Shirtstoffe und anderes, ging dann erstmal mit meiner Tochter ein Eis essen und kehrte in den Laden zurück.  Weil ich so auf die herabgesetzten Preise  eingeschossen war und ich auch ein grosses Reststück von dem Mantelstoff in der Hand hielt habe ich erst gar nicht verstanden dass ich hier und jetzt mal richtig Geld lassen würde.
Der Stoff war für meinen Geldbeutel echt teuer und ja, ich hab ihn dann mitgenommen und bin mit wachsendem schlechten Gewissen nach Hause gefahren.  Also leisten kann ich mir das jetzt nicht unbedingt, aber schön isser ! 



Die Farbe ist noch ein paar Takte dunkler als auf dem Foto aber der Charakter des Stoffes kommt gut rüber. Ich muss zugeben, so einen Stoff habe ich noch nie verarbeitet.
Wie behandle ich ihn jetzt vor dem Verarbeiten vor?  Vorsichtig Dämpfen und gucken ob er etwas schrumpft? Vorwaschen ist ja vermutlich keine Option. Das ist kein Stoff für die Waschmaschine. Hat jemand von Euch die Erfahrung und einen Tip was ich jetzt richtigerweise mache?  Beim Nähen muss ich ja auch aufpassen, dass sich der Stoff nicht verzieht, allerdings ist er bei weitem nicht so dehnbar wie es auf dem Foto ausschaut. Gespannt darf man schauen was die anderen Kreativen 

bei MMM und dem WintermantelSewAlong  zu zeigen haben.

Montag, 21. September 2015

Winterjacken sew along




Sowas brauche ich jetzt.  Ein Projekt ganz für mich alleine, überschaubarer Zeitrahmen und das als Sew along mit "ans Händchen nehmen"  und mit einigen Tutorials.

So einen kleinen Schubser, mal wieder in die Gänge zu kommen... den hole ich mir bei dem diesjährigen Winterjacken sew along von Me Made Mittwoch gern ab.

Vor einiger Zeit sah ich in einer Ausgabe der Ottobre einen Military-Trench.  Ich bin ja tragenderweise ein grosser Fan dieser Mode, schon immer gewesen.  Zum Glück finde ich diese Ausgabe nicht mehr, ich hätte mir das sonst prompt zugemutet, weil der Schnitt dann schon griffbereit vorliegt und nicht noch erst gekauft werden muss.  Da ich zeitlich recht eingeschränkt bin muss ich mir leider die ganzen schönen Gürtel und Riegel und viele Knöpfe und Abnäher sparen, die so einen Look ausmachen.
Und ich muss zugeben, einen Mantel habe ich noch nie genäht. Naja, einen Bademantel schon :) .

Ich habe mich jetzt einige Tage online umgesehen, die vielen schönen Mäntel mit Military-Look mal beiseite gelassen ausser den hier, den ich im Blog von JOMA-style  fand- auch im Rahmen eines Sew alongs genäht seinerzeit :).
Den Mantel finde ich wirklich hübsch, ich mag auch immer gerne optisch einfache Krägen, gerne etwas streng.
Mit meiner Konfektionsgrösse mag ich mich derzeit aber nicht gerne in einigermassen körpernah geschnittender Kleidung sehen, also fällt auch dieser schöne Mantel für mich raus.  Definitiv werde ich ihn mir mal vormerken für ein vielleichtes nächstes mal.

Absolut verguckt habe ich mich in dieses schöne Modell von trendschnitt.ch .
Ich muss mir verkneifen, die Seite immer wieder aufzurufen, ich finde den Mantel im Egg-shape Stil umwerfend.
...alleine der Preis- puuh nee.  Nicht wenn ich mich erst noch übe in der Sache.   Aber auch dieser Mantel wird vorgemerkt.  Superschön, wirklich.  Wenn der dann noch aus absolut hochertigem Material angefertigt wird ist das sicher ein Traum.  Ich mag mich da gar nicht sattsehen an dem Teil.
 Aber weiter...










Das hier ist mein derzeitiges Vernunftprojekt für unseren Sew along und sicher auch vom Anspruch ans saubere Nähen reichlich genug Aufwand für mich.  Zumal ich diesen Mantel damals beim Kauf der Ottobreausgabe eh ins Auge gefasst- und zwischenzeitlich wieder vergesse-hatte.
Vom Schnitt her etwas was ich jederzeit mal überziehen würde, mit seitlichem Abnäher und Luft vorm Bauch, ohne dass ich mir darin trutschig vorkommen muss.  Der Kragen- hm.. ist nicht so ganz meins, vielleicht kann ich da in Eigenregie noch etwas pfiffigeres überlegen.  Aber er passt ja so wie er ist einfach gut an den Mantel. Solange der nicht aussieht, als hätte ich den Mantel der englischen Queen abgeluchst ist für mich dann optisch auch alles ok.   Rückseitig hätte ich wohl noch gerne einen kleinen Schlitz, ich denke das sollte machbar sein.


Für mich wird es wohl ein Wollstoff werden wie angegeben, farblich ist aus der gesamten Herbstpalette alles für mich drin, auch Beerentöne und sogar als farblicher Ausreisser ein  kräftiger Rosa- oder Pinkton.  Ich denke ich muss schauen was mir das überhaupt in die Finger kommt an Stoffen.  Je dezenter der Oberstoff, desto auffälliger möchte ich allerdings farblich abfüttern .






Wie eine persönliche Einladung zum Winterjacken Sew Along liest sich übrigens der Text zum Bild in der Ottobre Herbst/Winter 2014 :
"Es lohnt sich Zeit und Mühe in einen Herbstklassiker, wie einen schönen Wollmantel, zu investieren. Stoffe in guter Qualität zusammen mit tadelloser Näharbeit ergeben, dass Dein Lieblingsmantel Dir viele Wintersaisons lang Freude macht. Dieser Mantel in modischer Kokonform mit Leistentaschen und leicht eckig ausgeführten Armausschnittnähten, aus nachtblauem Wollstoff, hat ein Viskosefutter."

....naja dann!

Das nächste Treffen ist am 4.10. inclusive einem Schulterpolster-Tutorial.  ...toll!

 

  

Freitag, 21. August 2015

FrauAiko im Test... hier die erste:



Auf der Suche nach einem ganz einfachen Shirtschnitt auch für mehr Oberweite und in Grösse 42/44 stolperte ich mehrfach über den neuen Schnitt von schnittreif :  FrauAiko - zwar hätte ich mir Brustabnäher gewünscht aber ich war eben neugierig und probierte ihn aus. Der Schnitt wird bis Grösse L angeboten.  Ich verwendete nicht wie angegeben Webware sondern einen gestreiften Crash-Jersey.  Zuschnitt und Nähen gingen flott von der Hand, ich habe mir die Teilungsnaht im Rücken gespart und auch die Taschen vorne.







...die Lesebrille macht einen schlanken Fuß :)
 Die Ärmel sind einen Tick länger als angegeben.   Vom Fall, von der Optik und allem gefällt mir der Schnitt gut. Wenn ich mir meine Fotos dazu anschaue habe ich nichts dran auszusetzen.  Schaue ich aber an mir herunter und sehe den Crash-Jersey, dann bin ich so -... hmmm .  







Also ich denke eher nicht, dass ich mich mit dem Material anfreunden werde, obwohl ich die überschnittene Schulter richtig schön finde, besonders wenn man das durch den gestreiftem Stoff  so schön wahrnehmen kann!  Ich hab da immer diese Geschäfte vor Augen, vornehmlich von älteren Damen frequentiert... Alles so im Einheitsschnitt und gerne bis fast auf Knielänge- egal ob Shirt, Weste oder Jacke... gelegentlich sonderbare Fummel dabei und Kopfbedeckungen, alles zum Schnäppchenpreis rausgehauen... und dann ab in den Reisebus und weiterfahren in die nächste Touri-Stadt.     







Aber Kopfkino bleibt Kopfkino :( .  Es liegt ganz alleine an dem Material. 
Ich habe noch sowas wie Fliegerseide hier liegen, silbergrau und nicht stretchig, das wird die nächste Testversion.  Ma guckn ...   :)

Tschühüüüs!

Montag, 17. August 2015

Malkittel für die Schule, schnell gemacht nach Anleitung von *kleine Fluchten*






Im letzten Jahr schon gesehen, vermerkt zum nachnähen- aber erst nach einem Schubs durch das 
Tutorial von *kleine Fluchten*   dann endlich angefertigt: der Malkittel aus einem alten Oberhemd.   





Die Liste zum Schulanfang ist lang, unter anderem ist dem Kind der obligatorische Malkittel mitzugeben. Letztes Jahr zum ersten Schuljahr hab ich den einfach verschludert, es wurde auch nie danach gefragt.
Dieses Jahr hat es dann auch bei mir endlich geklappt.  






Wie so oft war der Anlauf lang und letztendlich ging alles ganz flott von der Hand. Ich habe gleich zwei Malkittel gemacht, die beste Freundin meiner Tochter wurde nämlich gleich mitbedacht.  Grosser Unterschied:   ich trage in Blusen Grösse L bis XL  und die Mutter der besten Freundin trägt S. 









Sie gab mir eine schmal geschnittene Bluse mit, die auch noch in der Taille vorne und hinten gesmokt ist. Die ist als Malkittel ziemlich schick anzusehen, aber nach Fertigstellung musste meine Tochter erstmal zur Probe in den Malkittel ein- und aussteigen.  Ich hab das dann beäugt und würde sagen: geht so. Da wird sicher niemand die hinteren knöpfe öffnen und schliessen...  Kinder wurschteln sich ja überall einfach rein.  Die können sich ja auch vier Lagen Hosen in einem Rutsch hochziehen:  Unterhose, Strumpfhose, Jeans und Matschhose- nur so als Beispiel :) .



Also die "S- Bluse"  ist auch als Malkittel eher körpernah geschnitten, meine "L-Hemdbluse"  musste nachträglich noch mit Bindebändern im Rücken bestückt werden. Die hab ich jeweils aus einem Stück abgeschnittenen Ärmel angefertigt.  Ärmelbündchen und oberer Abschluss am Kragen sind aus original Bündchenstoff genäht.  




Das, was ich am primsten am Malkittel finde ist das enge, sehr lange Bündchen.  Wenn die Kids so mit Wasserfarben malen und mit den Ärmeln  haarscharf am Wasserbecher und am aktiv genutzen Wassermalkasten vorbeifliegen ist die Gefahr eines Farbunfalls dann eher gering würde ich sagen. Hübsch ist es auch, finde ich. 


Tschühüüüs! 

Freitag, 31. Juli 2015

Langeneß - und plötzlich trägt sie Röcke in Serie :)




Der Urlaub stand unmittelbar bevor und ich haderte nach wie vor mit meiner spärlichen Garderobe.
Ist ja nicht so, dass ich mir so rein gar nichts kaufen kann oder darf, aber aus gutem Grunde bin ich nach wie vor beim Bekleidungskauf regelrecht geizig.  Persönlich verordnete Sparsamkeit gepaart mit einer Kleidergrösse "in der ich mich noch immer nicht sehe" versprechen nicht gerade gute Stimmung im Reisekoffer.  Die wollte ich mir aber für mich und auch für meinen Mann für diesen Urlaub unbedingt mitnehmen.  Ich kramte also  in meinem Stapel an Bekleidungsstoffen sowie in meinem Schnittmusterbestand und fing einfach an.  Zu verlieren gibt es ja nichts.  Die verwendeten Stoffe habe ich schon einige Zeit liegen, gekostet haben sie allesamt nicht viel denn es sind Schnäppchenkäufe vom Stoffmarkt oder aus einem Stoffoutlet und die habe ich alle spontan gekauft. 
Den ersten Langeneß-Rock nähte ich mir aus einem richtig schönen bestickten jeansblauen Stoff. Mit Godeteinsätzen und Reißverschluss seitlich.  Ich habe mir besonders viel Mühe gegeben, die Rocklänge zu bestimmen. Wenn ich mir einen Rock nähe, dann meist für Frühjahr oder Herbst wenn ich Strumpfhosen dazu trage. Dann hat der Rock eine  beliebige Länge "irgendwo über dem Knie".   Da bin ich eigentlich immer zufriedenzustellen, wenn ich eh Stiefel dazu trage.  Jetzt so sommerlich mit hoffentlich sonnenbrauen Beinen und Sandalen ... das hab ich schon ewig nicht mehr gemacht-tatsächlich.  Seit Geburt meiner Tochter bin ich bekleidungsmässig regelrecht unsicher geworden was das angeht.  Da bot sich mir der Familienurlaub perfekt an um einfach mal Röcke draufloszutragen und mal reinzufühlen, wie es mir damit geht.  Was soll ich sagen, ich habe in 16 Tagen nur einmal einen Nachmittag eine 3/4 Hose getragen und ansonsten ausschliesslich meine selbstgenähten Röcke :) .
Zurück zu Rocklänge:  ich habe mich an die Regel gehalten, die schlankeste Stelle am Bein mit der Rocklänge zu betonen -also Rockende unmittelbar über dem Knie- und bin damit ganz gut gefahren.  Dass ich Wasser einlagere im Laufe des Tages und Krampfis grüssen- na gut.  Das ist eine OP-Baustelle für den Winter und 20 bin ich schon seit 27 Jahren nicht mehr . Aber ansonsten habe ich mich wirklich wohlgefühlt optisch sowie klimatisch.  Hochsommer in Istrien eben.
Hier der erste Langeneß-Rock:


Übrigens hier mit einem umgebastelten alten Shirt.  Ursprünglich war das ein Langarmshirt mit V-Ausschnitt, das ich nur noch zum Schlafen anzog. Weil der Stoff aber eine ganz tolle Quali hat wollte ich das Shirt nicht wegschmeissen.  Ich habe grosszügig mit der Schere den Ausschnitt "beseitigt" sowie Ärmel gekürzt und den Saum im leichten Bogen abgeschnitten. Dann nur noch überall mit Rollsaum veräubert und bums :).  Die Aktion hat mich an meine Nähanfänge erinnert irgendwann in den frühen 80ern. Taschengeldnot und Kleidungsbedarf machten damals  irgendwie immer erfinderisch.








Mein Lieblings- Urlaubsrock.  Ich liebe diesen Stoff- eigentlich aus Verlegenheit damals gekauft weil mir jemand den gleichen in oliv vor der Nase weggeschnappt hat. ... einfach eine beliebige Farbe aus dem Rock mit entsprechendem Shirt kombiniert und es passt. Vor allem an sonnenbraune Haut.  Da habe ich ohne Godets gearbeitet und den Rock auch seitlich mehrmals meinen Kurven angepasst. Also vom Schnitt her nun kein reinrassiger Langeneß mehr :) .





Den hier habe ich etwas länger gemacht... überhaupt musste ich mit der vorhandenen Stoffmenge ein wenig rumstückeln. Schade, ich fand den Stoff und die Farben so toll aber als Rock wirkt der so gar nicht gelungen.








Mein Alltagsrock im Urlaub. Den habe ich noch eine Stunde vor Abreise im Morgengrauen mit heisser Nadel genäht. Nur mit Gummizug und Rollsaum, aber wieder mit Godeteinsätzen. Meine Tochter lag vollkommen übermüdet auf dem Sofa und heulte weil sie "auch so einen" haben wollte. Da hab ich ihr dann aus einem Restefitzel einen Schlauch genäht, Gummiband rein und das Kind war glücklich.   Mein Mann lief packend vorbei und sagte nur tocken: " Du hast ja Nerven, jetzt noch zu nähen".   Ja, manchmal hab ich die noch. Ich staune selbst :) 




Hier nochmal alle Röcke mit weiteren spontanen Urlaubsshirts, die mit Schere und Rollsaum auf Sommer umgepimpt wurden, anstatt in die Altkleidersammlung zu wandern:





                                                                      Tschühüüs und bis bald!

Freitag, 12. Juni 2015

Halima: aus Resten und Webkantenverwertung wird "ausgehfein"

 Na, da habe ich ja was angestellt...




Ich wollte aus dem Rest vom schwarzweissen Karostoff aus dem ich den Rock Insa nähte, ein Kleidchen nähen. Es sollte ländlich sein, ganz schlicht.  Meine Tochter wünschte sich noch einmal ein Halima-Kleid von Farbenmix. Bedingung: schwarzes Bindeband. Ok, gebongt...  Damit das Kleid etwas farbiger wird, wollte ich den schönen Taft von meinem Midsommar-Rock mit verwenden.  Überhaupt bin ich zur Zeit sehr auf "Verwertung" eingestellt und versuche, nicht so viele angeschnittene Stoffe zu hüten. Jetzt habe ich aus Versehen ein wirklich ausgehfeines Kleid genäht...






Dem Kleid habe ich einen schwarzen Besatz angeschneidert und das Oberteil innen mit dem pinken Taft abgefüttert.





                                       Die fransige Webkante wollte ich unbedingt mit verwerten!





Zwischenzeitlich hatte ich etwas Sorge, das Kleid könnte ein Zwitter zwischen Cowgirlweste und Trachtenkleid werden.  Aber alles ist gut :) .  Auf dem Foto kann man sehen, dass ich nicht ganz auf den geraden Karoverlauf geachtet habe- nennen wir es jetzt einfach mal ein Echtheitsmerkmal für Handarbeit ;)






Die Taftschleife ist toll geworden.  Ich habe da eine Falttechnik mit der ich solche Bänder annähe und unten schräge ich das Band immer ab. Das sieht immer sehr üppig und wertig aus- macht aber fast keine Arbeit.   Dazu werde ich in Kürze ein kleines Tutorial schreiben :)





Das Rockteil ist aus blütenweißem Batist und mit 4 Rüschen abgesetzt... wollte ich immer schonmal ausprobieren. Die Unterkanten der Rüschen sind mit Rollsaum versehen, das macht sich gut und sieht so schön ordentlich aus:










Das Kleid ist in der Tat fein, aber ich finde nicht zu sehr.  Meine Tochter fühlt sich darin zum Glück sehr wohl und nicht aufgebrezelt.


...

Es gibt da aber nochwas.  Ich falle da immer gerne drauf rein:  Beim Halimakleid sind die beiden hinteren Schürzenteile gedoppelt, bzw abgefüttert.  Dazwischen habe ich ein Stück pinken Taft als unteren Abschluss gelegt.  Das vordere Rockteil ist jedoch einlagig- da hat es dann schon gehakt mit dem Taftabschluss, denn schöner ist ja, wenn die Taftlage unten herausschaut und nicht "aufgenäht ist.  Es werden abschliessend alle Rockteile inclusive dem "Unterock" ( hier ist es ja der weisse, gerüschte Batist...) aufeinandergelegt und zusammengenäht. Auf diese Weise ist es unmöglich, einen schönen, durchgehenden unteren Abschluss zu schaffen... also wenn man es genau nimmt.  Ich bin ja im Bekleidungsnähen alles andere als ein Profi. Wenn hier Jemand von euch einen ganz tollen Tip hätte, wäre ich sehr dankbar. Ich werde vermutlich die unteren Rockteile bei einem nächsten Halimakleid etwas umbasteln und den Nähverlauf etwas abändern damit ich soetwas wie einen Satinstreifen oder wie hier einen gefalteten Taftstreifen tatsächlich verstürzt einnähen kann.
Es ist ja nicht immer alles Ponyhof beim Nähen... wie man hier sieht, habe ich am Schluss dann echt den Ehrgeiz aus beschriebenem Grund auch mal sausen lassen:










Letztendlich ist und bleibt es ein schönes Kleid und ich kann Halima auch Nähanfängern wärmstens ans Herz legen!
Tschühüüs!